122 Wie Gná für Ernst die Kohlen aus dem Feuer holt.

Sehr geehrte Frau von Nordlicht zu Nordlicht
In der Email, die Sie am 8. Dezember 2018 kurz vor 20 Uhr an Ihren «sehr geehrten Freiherrn von Ernst» schicken, nennen Sie mich «Dame (?)» und «Klatschbase»:

Sehr geehrter Freiherr von Ernst,
erlauben Sie mir, zum Sie überzugehen, seit ich vermuten muß,
daß Gná an Ihr Paßwort gelangen könnte – und – als Botin,
Pressesprecherin wäre es möglicherweise für mich/für uns von Nachteil,
wenn diese Dame (?) (Klatschbase?) […] Kenntnis unserer Verbindung erlangte.

Nach einem Abstecher zu «Beethovens Rocklabor», wo in einigen Passagen bekanntlich viele rote Lichter vorkommen, versteigen Sie sich sogar zur Assoziation, dass eine Verbindung zum Rotlichtviertel bestehen könnte:

[…] immer wieder rote Lichter. Warnlichter! Da ist sie, die rote Ampel!
Oder zeichnet sich esoterischer Hokuspokus ab –
möglicherweise alles im Rotlichtviertel?

Auf jeden Fall, ohne jeden Zweifel:
Ernst, Pardon, Freiherr von Ernst nutze
die erstbeste Möglichkeit zur Flucht,
falls überhaupt noch aus eigener Kraft möglich
– schleunigst! Avanti!

Mit ergebenster Hochachtung,
Ihre
von Nordlicht zu Nordlicht

Dann die grosse Wende: In der Email vom 14. Januar 2019 schreiben Sie:

Liebe Gná, nimm es nicht allzu ernst, bei diesem Schneetreiben ist es doch mehr als
entschuldbar, wenn da was verlorengeht, will sagen: müh‘ Dich nicht so ab.

Liebes Nordlicht
Du kannst Dir nicht vorstellen, was Dein Duzen bei mir ausgelöst hat: Ich sprang von Hofvarpnir, ging zum CD-Player und legte Mozarts «Exsultate, jubilate» auf. (Es schien mir sogar, dass mein Pferdchen beim «tu virginum corona» mitwieherte.) Mit anderen Worten: Ich bin überzeugt, dass sich zwischen uns eine Freundschaft anbahnen wird. So gesehen, erweist sich Ernsts Schlenderschritt geradezu als Glücksfall, denn jetzt können wir – ohne Umweg zu einem hochwohlgeborenen Freiherrn – direkt von Frau zu Frau conferieren, nicht wahr?

Mit 2, 3 schönen Grüssen
Deine
Gná