115 Gnás Besuch bei den Sweetlyhearts.

Dýr community

Endlich habe ich mich durchgerungen, Móðguðr und Ernst zu besuchen. Ich schwinge mich also auf Hofvarpnir und fliege zur Gjallarbrú. Schon kommt die Riesin auf mich zugerannt, drückt mich an ihren Busen und ruft: «Gná! Was für eine Überraschung! Komm herein!» Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie erleichtert ich bin. Hier folgt nun unser Gespräch.

Móðguðr: Was führt Dich zu mir, Gná?

Gná: Es ist Ernst.

Móðguðr: Meinst Du das wörtlich oder im übertragenen Sinn?

Gná: Beides.

Móðguðr: Dann will ich es Dir nicht verheimlichen: Ich liebe ihn.

Gná: Ist er hier in Deiner Grotte?

Móðguðr: Ernst!

Ernst: Ich komme, sweetheartly!

Gná: Ernst!

Ernst: Gná!

Ernst: Lass mich Dich umarmen!

Móðguðr: Tee?

Gná: Aber gerne!

Ernst: Erzähle!

Gná: Ich habe Dich vermisst.

Ernst: Bist Du mir böse?

Gná: Ach was! Wo denkst Du hin!

Ernst: Wie hast Du herausgefunden, dass ich hier bin?

Gná: Du zuerst! Wie hast Du hierher gefunden?

Ernst: Nach unserem Flug nach Niflheim sagte ich mir, das schaffe ich auch allein.

Gná: This was very unwise, Ernst!

Móðguðr: Hahaha!

Ernst: Ich stecke ein Biberli und eine Rio Napo[1] in meine Manteltasche und ziehe los.

Gná: Ohne zu wissen wohin?

Móðguðr: Er ist in Richtung Niðafjöll[2] gelaufen.

Gná: Nach Niðafjöll? O du grüne Neune!

Ernst: Ich bin aufs Geratewohl nach Norden geschlendert.[3]

Móðguðr & Gná: Geschlendert?

Ernst: Geschlendert. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb beim Filmen meine Kamera hin und her schlenkert.

Gná: Und dann?

Móðguðr: Dann habe ich ihn in einer Höhle gefunden. Ernst war bis auf die Knochen entkräftet. Mit der linken Hand umklammert er sein Handy, mit der rechten hält er sich an einem Gitter fest. Er zittert am ganzen Leib. Was sag’ ich! Ernst schlottert und starrt in den hinteren Teil der Höhle, aber da ist es rabenpech & schwarz. Nasskalter Schweiss rinnt ihm von der Glatze.

Gná: Jetzt aber mal schön der Reihe nach!

Ernst: Ich kam zum Haus des Dentisten.[4]

Móðguðr: Dass es das Haus des Dentisten war, hast Du zu diesem Zeitpunkt nicht bemerkt. Das ist Dir erst später aufgefallen, als wir die Rio Napo assen und Hand in Hand den Parcours noch einmal durchgingen.

Ernst: Nein! Das habe ich gleich bemerkt, denn als ich auf der Rückseite des Hauses (also dort, wo die Fenster mit den Brettern verschraubt sind) durch den Morast ging, hörte ich wieder dieselbe Musik wie damals, als ich den Film «The Sweet Tooth» und «The Evidence» drehte.[5]

Gná: Und dann?

Ernst: Dann rauscht ein Zug vorbei und ich stehe plötzlich vor dem Haus.

Móðguðr: Du hast geträumt, darling?

Ernst: Nein!

Gná: Es war also Tag?

Ernst: Helllicht, ja, und neben der Haustür führt ein Pfad steil hinauf, steeplysteep & slimsmall, und ich denke, nein, ich bin mir sicher, so zum Eingang von Niflheim zu gelangen.

Móðguðr: Hast Du das gehört, Gná? Unser Held wähnte, mirnichtsdirnichts nach Niðafjöll und Niflheim schlendern zu können!

Gná: Igittigitt!

Móðguðr: Schade, dass Du nicht dabei gewesen bist, denn wie ich Ernst in der Höhle beim verschlossenen Gitter sehe, meint er, ich sei der Deibel himslef.

Gná: Himslef?

Móðguðr: Habe ich himslef gesagt?

Gná & Ernst: Mh.

Móðguðr: Ernst glaubt, ich sei die Leibhaftige herslef, ruft Mahlzeit! und starrt wie eine Maus, die, von der Schlange gebannt, auf den Giftzahn wartet.

Gná: Und weshalb warst Du beim Gitter?

Móðguðr: Ich machte meinen abendlichen Kontrollgang und hörte eigenartige Geräusche aus dem Rocklabor. Aber weshalb schauen wir uns nicht den Film an?

Gná: Du hast gefilmt?

Ernst: [wirft sich in Pose] Ja, ja!

Justgenauda wiehert Hofvarpnir. Gná pustet Ernst und Móðguðr eine Kusshand zu und ruft: «A domani!» Sie sehen, wie sie über dem goldenen Dach der Gjallarbrú noch einen Looping dreht, ihre Zöpfe fliegen hin und her, dann ist sie ausser Sichtweite.


[1] Episode 28

[2] Episode 111

[3] Episode 4

[4] Episode 41

[5] Episode 41 und 42