106 Wie Ernst mit Gná nach Niflheim fliegt.

Gná: Bist Du bereit?

Ernst: Ich steige also in die Satteltasche?

Gná: Nein, ich placiere Dich zwischen meine Brüste. So bin ich sicher, dass nichts Überraschendes passiert. Und dein Handy fixieren wir auf der Innenseite der Satteltasche. Ich habe für die Linse ein kleines Loch gebohrt, so dass der ganze Flug aufgezeichnet werden kann.

Ernst: Ich bin gespannt.

Gná: Geht das so?

Ernst: [erinnert sich, wie Doña Adicción ihren Busen an seinen Rücken presste[1]] Prima!

Beim Start spürt Ernst, dass er noch tiefer zwischen Gnás Brüste gepresst wird, doch dann kommt ein leises Vibrieren dazu und Ernst nickt kurz ein. Wie er wieder aufwacht, hört er einen Höllenlärm und hat das Gefühl, dass Hofvarpnir (wie ein Flugzeug auf Landeerlaubnis wartend) mehrere Runden dreht. Doch dann ist es soweit: Ernst ist im Jenseits gelandet.

Gná: Na?

Ernst: [starrt auf das Haus der kahlen Sängerin] Dann sind wir gar nicht geflogen?

Gná: [übergibt Ernst das Handy] Schneller als eine Email.

Ernst: [sieht die Teetässchen, nimmt einen Schluck] Der Tee ist noch heiss!

Gná: Was hast Du denn erwartet?

Ernst: Ich weiss, Du hast mir keine Hoffnungen gemacht, aber ich habe halt doch eine Überraschung erwartet.

Gná: Und jetzt bist Du überrascht, weil die Überraschung ausgeblieben ist?

When Ernst came home Ernst expected a surprise & there was no surprise for Ernst, so of course, Ernst was surprised.[2]

Ernst: Ach!

Gná: Sollen wir uns morgen den Film anschauen?

Ernst: Abgemacht?

Gná: Tope-la!


[1] Episode 33

[2] Als ich nach Hause kam, erwartete ich eine Überraschung, doch es gab für mich keine Überraschung, da war ich selbstverständlich überrascht. Ludwig Wittgenstein, Vermischte Bemerkungen, ca. 1944, Übersetzung Ernst