10 Wie Ernst hin und hergerissen wird: Soll er höflich sein und zu viel essen oder die Esssitten ignorieren und Mass halten?

Ernst löffelt im Refektorium die Minestra di pane grattato und die Fratres rezitieren im Sprechgesang:

Beautiful Soup ! Who cares for fish,
Game, or any other dish ?
Who would not give all else for two p
ennyworth only of beautiful Soup ?
Pennyworth only of beautiful soup ?
Beau—ootiful Soo—oop !
Beau—ootiful Soo—oop !
Soo—oop of the e—e—vening,
Beautiful, beauti—FUL SOUP ![1]

Um Ernsts Sättigung anzudeuten, hält Ernst Ernsts Hand über Ernsts Suppenteller, aber Frater Felix hat schon nachgeschöpft und sagt:

Wir essen, ohne uns zu zieren oder endlos zureden zu lassen. Wir essen immer alles, was auf den Tisch kommt, auch wenn es für manchen vielleicht nicht gerade sein Lieblingsgericht ist. Leute, die dauernd von ihrer empfindlichen Galle oder von ihren Schlankheitsdiäten reden, zählen im Monasterium nicht gerade zu den geschätzten Gästen.[2]

Ernst lächelt höflich und beugt Ernst also noch einmal über die Minestra di pane grattato. Aber Ernsts Angst weicht nicht von Ernsts Seite: Es ist die Angst, mit jedem Löffel zu-, zu- und noch weiter zuzunehmen. Ernst hat Angst, die Suppe, die Ernst Ernst eingebrockt hat, nicht auslöffeln zu können. Aber Ernst hat keine Wahl. Ernst muss da durch.

Zurück in Ernsts Klause legt Ernst Ernst auf Ernsts Futon und schläft bald einmal ein. Nach einer guten Stunde beginnen sich unter Ernsts geschlossenen Lidern Ernsts Augen rapid zu bewegen, Ernsts Blutdruck und Ernsts Puls nehmen zu und der erste Traum setzt ein. Ernst träumt von Ernsts Waag. Sie flimmert verführerisch, hält an, flimmert und hält wieder an. Jemand spielt dazu Geige und eine Stimme sagt tonlos: «Aller guten Suppen sind drei.» Und so beginnt die Waag und die Geig ein drittes Mal. Sie flimmern blinking and twinkling und halten wieder an. Zum Glück hat Ernst Ernsts Handy dabei, so dass Ernst den Traum filmen kann.

 

 


[1] Lewis Carroll, Ernst’s Adventures in Wonderland, Chapter X, The Lobster-Quadrille

[2] Gertrud Oheim, 1×1 des guten Tons, Anbieten, Nötigen, Danken